EETS – Der europäische Mautdienst

01.03.2018

2018 wird die sogenannte EETS-Richtlinie 2004/52/EG nun endlich Realität. Dabei geht es um die Vereinfachung der Mauterhebung und -abrechnung für Lkw in Europa: Nur noch ein Erfassungsgerät (On Board Unit = OBU) für alle Mautsysteme Europas, ein Vertrag und eine Abrechnung. Das ist das erklärte Ziel der Richtlinie seit nunmehr rund 15 Jahren.

Was so einfach klingt, ist in Wirklichkeit ein ausgesprochen anspruchsvolles Vorhaben: Komplexe Mautsysteme, weit über 100 europäische Mautbetreiber, verschiedene technische Spezifikationen und unterschiedliche wirtschaftliche und politische Vorgaben. Das alles wollen und müssen nun so genannte „EETS-Betreiber“ unter einen Hut bringen. Viele Jahre werden dafür wohl noch nötig sein. 2018 geht es los, dann werden Land für Land und Mautsystem für Mautsystem integriert.

In diesem Jahr werden also bei weitem nicht alle Mautsysteme für EETS bereitstehen, sondern zunächst nur einige europäische Kernländer. Hierbei wird es auch Unterschiede zwischen den verfügbaren EETS-Boxen geben. Je nach Hersteller und Anbieter von EETS-Services können Startzeitpunkt und Länderzulassungen deutlich variieren. Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden sich unterscheiden. Nach und nach werden die EETS-OBUs dann in immer mehr Ländern eingesetzt werden können. Von erheblichem Einfluss ist hierbei der unterschiedliche Zeitaufwand für die jeweiligen Zulassungsverfahren der Mautsystembetreiber in Europa. Für die Lkw-Maut in Deutschland wird der EETS-Service voraussichtlich ab dem 2. Halbjahr 2018 zur Verfügung stehen.